Warum du dir das Cape Tribulation nicht entgehen lassen solltest!

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Cape Tribulation, Australien

Das Cape Tribulation – ein verstecktes Stück Land, abseits der Zivilisation, umgeben von Dschungel und Meer und nur ein Katzensprung zum Great Barrier Reef. All das fällt mir spontan ein, wenn ich daran denke. Und noch etwas hat es zu bieten: den für mich besten Sternenhimmel, den man sich vorstellen kann. 🙂

Wenn man in Cairns, im hohen Nordosten Australiens, ist, sollte man sich unbedingt die Umgebung anschauen, denn Cairns dient oft nur als Ausgangspunkt für alle möglichen Unternehmungen. Bekannt ist es vor allem für das Great Barrier Reef, welches dort besonders nahe zum Festland liegt und so in null Komma Nichts erreicht werden kann. Aber auch nördlich der Stadt gibt es einiges zu sehen. Vor allem für die Tropic und den Dschungel ist der Norden Australiens bekannt. Wirft man einmal einen Blick auf die Karte, so wird man feststellen, dass wir hier dem Äquator schon verdächtig nahe sind. Dies wirkt sich auch auf das Klima aus.

Als ich in Cairns unterwegs war, war gerade August. Um euch noch einmal daran zu erinnern: die Jahreszeiten sind verkehrt herum und es war somit Winter in Australien. Dies ist allerdings die perfekte Zeit, um im Norden Australiens Urlaub zu machen. Keine Regenzeit und angenehme 25°C, bei denen man sich erst einmal langsam an die starke Sonne dort unten gewöhnen kann. Außerdem gibt es keine Überschwemmungen und die meisten Straßen sind passierbar.

Ich entschloss mich also mit ein paar Leuten, die ich in meinem Hostel kennen gelernt hatte, für ein paar Tage zum Daintree Regenwald inklusive dem Cape Tribulation zu fahren. Auto gemietet, Sachen eingepackt und los ging´s. Vorbei an Port Douglas, ging es einer recht kurvenreichen Straße entlang gen Norden. Wir überquerten mit einer kleinen Autofähre den Daintree-River und entfernten uns immer weiter von den letzten kleinen Dörfern, die noch auf der Strecke lagen. Nach rund 2,5 h erreichten wir unsere Unterkunft für die Tage – ein total cooles Hotel (Cape Trib Beach House) , was glücklicherweise eine Kooperation mit dem YHA (eine gängige Hostelkette, ähnlich der Jugendherberge in Deutschland) hatte. Da in Australien so ziemlich alles teuer ist, freuten wir uns natürlich, dass dort oben – mitten im Nirgendwo- 1. überhaupt eine Unterkunft war und 2. auch noch die Möglichkeit bestand, günstig zu übernachten!

Dort angekommen, begutachteten wir erst einmal die Lage. Es gab viele kleine Hütten, wovon 3 mit Doppelstockbetten versehen waren und alle anderen in der Anlage Privatzimmer waren. Es lag wirklich mitten im Urwald. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie das gerochen und sich angehört hat. Überall diese tropischen Vögel und kleinen Geckos, die vor einem über den Weg huschten- total toll 😀 . Etwas vorsichtig sollte man dort trotzdem wegen dem äußerst seltenen und straußenähnlichen Vogel „Kasuar“ (zu englisch: Cassowary) sein. Denn die tummeln sich nur zu gerne im Norden Cairns´ herum und sie haben starke und scharfe Beine und Krallen. Außerdem gibt es empfindliche Strafen, falls man sie anfahren sollte oder ähnliches. Es ist generell empfohlen, die Straße hoch zum Cape Tribulation nie im Dunkeln zu fahren, da sie wirklich mitten durch den Regenwald verläuft und zur Dämmerung, als auch abends, die ganzen wilden Tiere rauskommen um zu jagen. Wir haben beispielsweise auch eine riesige ( um die 2,5m lange Würgeschlange) gesehen, die sich auf der Straße in der Dämmerung gewärmt hat.

Zu den Toiletten und Duschen im Hotel/ Hostel ist auch noch etwas zu sagen ^.^ Man sollte wirklich nicht empfindlich sein, was Spinnen und anderes Viehzeug angeht, denn das Dach ist oben nicht ganz mit den Wänden abgeschlossen, sondern hat einen faustgroßen Spalt. Vor allem nachts, wenn dort immer das Licht brennt und es ja sonst überall dunkel ist, ist da wirklich viiiiiieeeel Insektenzeug und viele Spinnen. Obwohl ich nicht zimperlich bin, was das angeht, musste ich mich auch manchmal etwas überwinden haha. Für die Privatbewohner gibt es aber ein eigenes Bad im Zimmer, soviel ich mitbekommen habe.

Wenn man dem Weg immer weiter nach hinten folgt, kommt man irgendwann zu einer sehr schönen Bar und einen wirklich schönen Pool. Das beste ist, dass die ganze Anlage ziemlich leer war, da ich vermute, dass die meisten immer nur einen Tagesausflug zum Cape Tribulation machen und nicht dort oben im Dschungel übernachten. Hinter dem großes Barbereich ging es dann diiiirekt an den Strand, der einfach mal menschenleer war 😀 Soooo schön in einer größeren Bucht gelegen und niemand weit und breit da. Um es noch einmal zusammen zu fassen- für rund 30AU$ (was für Australien wenig ist) hatten wir quasi fast die ganze Anlage für uns..mitten im Dschungel, mit tollem Pool und dem Meer direkt vor der Tür..ohne andere Touris – wie geil!

 

Nachdem wir uns in die Wellen gestürzt hatten und versuchten, nicht allzu ängstlich vor den möglichen Krokodilen dort zu sein, folgten wir dem Strand und gelangten nach ca. 30 min schlendern zum Cape Tribulation- Aussichtspunkt. Eine wirklich total schöne Aussicht erstreckt sich vor uns. Palmen und Regenwald zur linken, paradiesischer Strand geradezu und die schimmernden dunklen Flecken des Great Barrier Reefs zu unserer rechten Seite. Wir genießen die Stille und den Blick bis plötzlich – BOOM- 294749349374 Touris kommen. Naja nicht ganz..aber es kam einer der Tourenbusse an und ungefähr 60 Menschen überfluteten plötzlich die Aussichtsplattform…rannten noch einmal schnell hinunter zum Strand, um möglichst viele Fotos zu machen und nach einer halben Stunde war dann auch wieder Ruhe 🙂 Was lernen wir daraus? Fahrt besser selbst, als eine Tour zu buchen, denn das wirkte wirklich wie Massenabfertigung 🙂

Auf dem Rückweg machten wir dann noch einen Walk durch den Regenwald, der teilweise als ein Steg verlief, da es schon rechts feucht unter uns war. Überall schlägelten sich Mangrovenbäume lang, das sah echt toll aus.

Aber mein absolutes Highlight kam erst abends. Wir gingen zum Strand, da nachts am Strand liegen und Sterne beobachten ja eigentlich immer eine gute Idee ist 🙂 Und W-O-W! So einen Sternenhimmel hatte ich noch nieeee gesehen (und habe ich seitdem auch bisher nie wieder). Dadurch, dass wir etliche Kilometer von der nächsten Stadt entfernt waren und auch in unserem Hotel kaum Licht brannte, sah man den Sternenhimmel extrem gut. Millionen Sterne funkelten über uns und die Milchstraße war ganz klar und stark erkennbar. Was für mich auch erstaunlich war, war der Fakt, dass man die Sterne nicht nur weit über einem sah, sondern auch, wenn man geradeaus auf das Meer geguckt hat. Normalerweise ist es doch so, dass man die Sterne immer nur über sich sieht- als wäre es eine Scheibe- weil die Städte von unten zu hell strahlen. Nun sah ich die Sterne jedoch bis zum Horizont, sodass man förmlich die Kuppel der Erde sehen konnte und umschlossen war von funkelnden Sternen – das war wirklich eine total faszinierende Erfahrung.

Insgesamt waren wir 4 Tage dort oben (wir hatten zwischendurch den Aufenthalt verlängert, weil wir es so schön fanden) und ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen. Das Gefühl, mitten im Dschungel zu leben und all die Geräusche und Tiere mitzubekommen, hat man ja nicht so oft. Und der Aufwand, dort hinzukommen ist wirklich minimal! 🙂

Hat jemand von euch ähnlich schöne Erfahrungen dort oben gemacht oder ist vielleicht sogar einem Cassowary begegnet?! 😀 Lasst es mich wissen!

Josephine Nitschke Passport full of Happiness

 

4 Gedanken zu „Warum du dir das Cape Tribulation nicht entgehen lassen solltest!

  1. Liebe Josi! Ich hatte ja auf Facebook schon gesagt, dass du mich extrem überzeugt hast mit diesem Beitrag. Jetzt noch eine Frage – braucht man für die Strecke nen Jeep oder reicht nen kleiner City-Flitzer? Wir kommen ja Donnerstags erst in Cairns an und würden dann Freitag Morgen los fahren bis Sonntag Mittag. Ich denke, wenn das unser erster Mini-RoadTrip wird, startet unser Australien-Jahr extrem gut. LG Christina

    1. Hey liebe Christina 🙂
      Wir hatten einen ganz normalen Wagen. Die Straßen sind wirklich gut asphaltiert (außer in der Regenzeit kann es oft zu Überschwemmungen kommen und dann sind die Straßen oft nur schwer oder gar nicht passierbar, aber da du ja jetzt in der Trockenzeit da bist, sollte alles gut gehen!) 🙂
      Nur die letzten hundert Meter (vor dem Hotel/Hostel)..sind Schotterpiste..aber das bekommt ja auch ein normales Auto hin 🙂
      Ich wünsche euch auf jeden Fall schon einmal viel Spaß bei dem Roadtrip! 🙂 und denkt dran: nicht nachts oder bei Abenddämmerung fahren 🙂

      Liebe Grüße Josi 🙂

        1. Das freut mich natürlich! 🙂
          Ich hoffe, ihr habt eine tolle Zeit dort und ganz viel Spaß! 🙂
          Und hoffentlich nur einen kurzen Jetlag! 😀

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