Reisen ohne Englisch oder Kenntnisse der Landessprache

Reisen ohne Englischkenntnisse Passport full of Happiness (2)

Du willst in ferne Länder reisen, kannst aber kein oder nur schlecht Englisch? Du beherrschst zwar Englisch, aber vor Ort wird das gar nicht gesprochen?

Kein Problem! Ich gebe euch 5 Tipps, die euch das Reisen erleichtern sollen!

Unsere Generation hatte das Glück, mit Englisch aufzuwachsen und sich so auf der ganzen Welt verständigen zu können. Aber leider geht es nicht allen so. Vor allem zu Mauerzeiten war es nicht üblich, dass man im Osten Englisch als Unterrichtsfach hatte. Wer also später nicht noch einmal die Schulbank der Abendschule gedrückt hat, der hat beim Reisen oft ein kleines Problem. Allerdings gibt es auch heutzutage noch viele Menschen, deren Englischkenntnisse nicht ausreichen oder die sich schlicht schämen, mit ihren „schlechten“ Englisch zu reden. Aber auch in Ländern, in denen man gar nicht eine gemeinsame Sprache beherrscht, kommt man gut zurecht. Ich gebe euch ein paar Tipps, wie ihr die Sprachprobleme beim Reisen meistern könnt! 🙂

1. Zeigewörterbücher

Eine wirklich tolle Erfindung sind Zeigewörterbücher. Das erste Mal habe ich so eins in dem Bücherregal eines Hostels in Tasmanien entdeckt und musste sofort an meine Eltern denken, die auch oft mit Sprachbarrieren zu kämpfen haben. Dieses schlaue Buch ist wirklich universell einsetzbar, da es tatsächlich vollständig mit Abbildungen arbeitet. Die Bücher sind meist in verschiedene Kategorien – wie Gesundheit, Transport, Unterkunft- eingeteilt und helfen bei der ersten groben Verständigung sehr gut weiter. Ich musste sehr schmunzeln, als ich gesehen habe, dass es sogar verschiedene bildhafte Darstellungen diverser Krankheiten zeigt (ich sag nur: Magen-Darm-Verstimmung ^^). Das Beste: egal in welches Land man fährt, man kann es immer wieder verwenden. Ob in China, Namibia oder Brasilien – zeig einfach auf das jeweilige Bild und die Person weiß ich schon, wovon du sprichst.

Ein Wörterbuch, was mir sehr gut gefällt, ist das „Ohne WörterBuch“ von Langenscheidt, welches meine Eltern auch direkt unter dem Weihnachtsbaum liegen hatten 🙂 klein, handlich und nützlich

2. Offline Übersetzungs-App

Heutzutage besitzt ja eigentlich so gut wie jeder ein Smartphone oder Tablet. Und auch auf Reisen dürfen die natürlich nicht fehlen. Sei es zum Fotografieren, Hotels buchen oder eben auch als Sprachhilfe. Ein großes Problem beim Reisen ist allerdings immer die fehlende Internetverbindung. Vor allem, wenn ich mich nicht allzu lange in einem Land aufhalte, lohnt es sich nicht, mir vor Ort eine Prepaidkarte zu holen und in der Unterkunft hat man ja sowieso meistens kostenloses WLAN. Allerdings bringt einem das reichlich wenig, wenn man unterwegs dann doch einmal das Internet benötigt- beispielsweise um Wörter wie: Bus, Reservierung, Preis, Hallo, Danke, kein Fleisch und ähnliches nachzuschauen.

Das kommt eine Offline Übersetzungs-App ja wie gerufen! 🙂

Wenn ich gereist bin, hatte ich immer die kostenlose „dict.cc“-App auf dem Handy. Vor allem für Englisch und Französisch eignet sich diese gut. Das Sprachpaket einfach vorher zu Hause oder im Hotel-WLAN downloaden und schon kann es losgehen!

Die Vorteile sprechen für sich: es ist kostenlos, kann schnell installiert und auch wieder gelöscht werden, man schleppt keinen unnötigen Ballast in Form eines Buches mit sich herum und die Suche nach Wörtern geht deutlich schneller.

 

3. Besser Pantomime als gar keine Sprache

Vielen werden sich davor zieren – allerdings ist ein einfacher und schneller Weg, um sich zu verständigen. Es ist doch allseits bekannt, dass Körpersprache genauso wichtig, wie die gesprochene ist und alleine ein freundliches Lächeln kann manchmal schon viel mehr bewirken, als eine stundenlange Diskussion in der besten Landessprache.

Es ist doch eigentlich wie im beliebten Spiel „Activity“. Man muss ein Wort mit Händen und Füßen erklären. Warum soll das also nicht auch beim Reisen klappen? Sobald die erste Scheu überwunden ist, ist es eigentlich gar nicht so schwer. Klar werden die Einheimischen schmunzeln, aber niemand wird einen total auslachen, da sie es teilweise ja auch nicht anders kennen, wenn sie sich mit Touristen verständigen und meist sehr hilfsbereit sind.

Damit kann man beispielsweise leicht verschiedenen Krankheiten darstellen, aber auch wenn man wissen will, in welcher Richtung der Flughafen ist, wo man etwas essen kann, ob noch ein Zimmer frei ist, wieviel etwas kostet, dass man etwas mag oder nicht mag, ob jemand ein Foto von einem schießen kann..und so weiter. Es bietet sich an, eine Karte dabei zu haben, wenn man zu einem bestimmten Ort möchte, da dies etwas schwierig darzustellen ist ^^ . Aber auch hierfür gibt es eine entspannte und kostenlose Offline-App, die ich vielfach beim Reisen genutzt habe (vor allem, wenn ich mich in den Gassen einiger Dörfer verirrt hatte): Maps.me Sie zeigt selbst die kleinsten Gassen und Trampelpfade an, sowie Sehenswürdigkeiten, Geldautomaten und vieles vieles mehr.

Wichtig: einfach mal trauen und nicht daran denken, was die anderen über einen denken könnten! 🙂

 

4. Informiere dich schon vorher über die wichtigsten Sätze vor Ort.

Klingt logisch- befolgen leider aber trotzdem viele nicht. Vor allem wenn du nur in ein Land fährst und nicht gleich die große Weltreise mit 30 Ländern planst, ist es doch recht einfach, sich einmal 15 min hinzusetzen und für die Reise vorzubereiten. Das wird einem später viel Stress ersparen. Vor allem die typischen 20 -30 wichtigsten Sätze findet man überall im Internet und in diversen Reiseführern, wie beispielsweise dem Lonely Planet.

Zudem freuen sich viele Einheimische, wenn man es zumindest versucht, mit ihnen auf der Landessprache zu reden. Ich habe mir, obwohl ich mich bisher fast immer auf Englisch oder mit Händen und Füßen verständigen konnte, angewöhnt, mindestens „Bitte, Danke und Hallo“ in der Landessprache zu lernen. Ihr glaubt nicht, wie sehr sich das Gesicht der Einheimischen aufhellt, wenn sie sehen, dass man bemüht ist. So treten sie einem auch oft viel freundlicher entgegen, wenn es beispielsweise um die Verhandlung am Obststand geht. 😉 Man glaubt gar nicht, was für einen Unterschied solche Kleinigkeiten machen. Genauso freut man sich ja auch anders herum, wenn man in Deutschland sieht, dass sich jemand aus einem anderen Land bemüht, deutsch zu reden oder zumindest einzelne Wörter kann. Und wenn man nur über die Aussprache schmunzeln muss, besser gelaunt ist man danach alle Male 🙂

 

5. Trau dich!

Zum Abschluss noch einmal eine ganz einfache und sooo wichtige Regel, die sich leichter sagt, als macht.

Du kannst nur ein bisschen Englisch sprechen, hast aber Angst, etwas falsches zu sagen? Egal- trau dich!

Deine Freunde waren schon immer besser in Englisch/Spanisch/etc. und es ist dir peinlich, vor Ihnen mit deinen verrosteten Sprachkenntnissen zu reden? Egal- trau dich!

Du denkst, dein Gegenüber könnte dich auslachen, weil du so schlecht Englisch/Spanisch/etc. sprichst? Egal-trau dich!

Ganz ehrlich, ich kann es nicht oft genug betonen: trau dich einfach und sprech einfach. Mir ging es jahrelang genauso mit dem Englisch. Ich habe mir eingebildet, dass meine Freunde alle 1000 Mal besser sprechen konnten und es war mir totaaaal peinlich direkt vor denen zu versagen…Aber auch vor allem mit Muttersprachlern hatte ich total Angst, Englisch zu sprechen, weil ich dachte, dass das ja megapeinlich ist, wenn ich 29394 Grammatikfehler und Vokabelfehler und Zeitformfehler mache. Aber ganz ehrlich: nur so lernt man es.

Mir hat ein Freund mal gesagt: warum soll ich dich auslachen, wenn du einen Fehler in Englisch machst? Ich kann deine Sprache überhaupt nicht sprechen…ich bin derjenige, der ausgelacht werden müsste. Und damit hatte er so Recht. Wir müssen uns nicht schämen, eine Sprache nicht perfekt sprechen zu können, schließlich ist es ja nicht unsere Muttersprache und sich in dem schlimmsten Englisch zu verständigen ist immer noch besser, als schweigend da zusitzen und sich selbst auszugrenzen.

Und das Beste: dadurch, dass wir reden, verbessert sich die Sprache so schnell. Wir merken selbst irgendwann, wann sich etwas richtig anhört und wann nicht. Wenn du ein Wort nicht weißt, es umschreibst und dein Gegenüber fragt, ob du das und das Wort meinst, wirst du es dir 100% für das nächste Mal merken, da du es ja tatsächlich brauchst. Und vor allem bei skeptischen und schüchternen Menschen, was ihre Sprachfähigkeiten angeht: man merkt so schnell, dass man eigentlich doch viel mehr weiß, als man sich selbst zugeschrieben hat…und auch so viel versteht..nach und nach. Und das bewirkt am Ende, dass wir extrem stolz sind und uns abends wie ein Honigkuchenpferd freuen, diese Hürde gemeistert zu haben. Ich habe in den Hostels leider so oft andere Reisende bemerkt, die sich nur mit ihrer Nationalität abgegeben haben, weil es ihnen einfach peinlich war, so schlecht Englisch sprechen zu können. Aber anders wird es ja auch nie besser und man wird es noch sooo oft benötigen. Außerdem ist der Gegenüber oft Geduldiger, als man ihm vielleicht zuschreiben mag. Versetze dich doch einmal in die Lage, wenn beispielsweise ein Australier versuchen würde, sich auf Deutsch mit dir zu unterhalten. Dann würdest du ihn ja auch nicht genervt abwürgen, sondern wahrscheinlich noch bestärken und helfen. 🙂 Siehst du, so ist es anders herum auch.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen Tipps etwas helfen. Natürlich kann man damit keine tiefgründigen Gespräche führen, allerdings wird es hoffentlich einigen die Angst davor nehmen, in ein Land zu reisen, in dem man weder die Sprache kann, noch sich anders zu verständigen weiß. Oft sind die Menschen so offen und verständnisvoll, dass es gar keinen Grund für diese Angst gibt. Man macht sich halt immer einen Kopf über das hätte, könnte, würde…aber im Endeffekt ist alles halb so schlimm und mit meinen Tipps kommt ihr auf jeden Fall gut durch den Urlaub! 🙂

 

Habt ihr noch weitere Anregungen und Tipps? Dann her damit! 🙂

Josephine Nitschke Passport full of Happiness

4 Gedanken zu „Reisen ohne Englisch oder Kenntnisse der Landessprache

  1. Ein ganz süßer Artikel 🙂 Ich musste auch erst lernen, mit Händen und Füßen zu kommunizieren – z.B. in Frankreich – und durfte überrascht feststellen, als ich mich endlich getraut hatte, dass die Einheimischen immer sehr bemüht sind, einem zu helfen. Dadurch entsteht manchmal unvergessliche Situationskomik, die dem Reisenden (in dem Fall mir…) und dem helfenden Einheimischen für immer in Erinnerung bleiben. Ich kann mich daher nur anschließen: Einfach trauen!
    Viele Grüße
    Maria

    1. Hallo liebe Maria und danke für deinen netten Kommentar 😀
      Das klingt auf alle Fälle lustig ^^ Ich musste manchmal auch echt lachen..ich hatte in Kambodscha einer Apothekerin versucht mit allen möglichen Mitteln Elektrolytpulver zu erklären hahaha… habe dann alle möglichen Sachen dargestellt und gezeichnet ^^..

      Ohmann ^^ mich hat die ganze Apotheke angeguckt, als wäre ich völlig irre – war da schon ne kleine Attraktion 🙂
      Aber hey! Danach hatte ich mein Pulver ^^
      Ich lass dir sonnige Grüße da! 🙂
      Josi

  2. Also ich kann mir das kaum vorstellen ohne Englisch oder Landessprachenkenntnisse zu verreisen.
    Höchstens nach Bayern.

    Hier in Australien kann ich mich mit Englisch super ausdrücken und verstehe mitlerweile auch was die Einheimischen von mir wollen.
    Mein Backpacker Trip nach Australien ist auch eine sehr angenehme Sprachreise.

    Gruß

    Vanessa

    1. Haha „höchstens nach Bayern“ ^^ der war gut 🙂
      Ja also man muss sich einfach trauen, aber ich verstehe schon, dass das erstmal ungewohnt ist. Manchmal kann man nicht anders haha
      Ich bin gerade in Indonesien und da habe ich das auch öfters ^^
      Ich schicke dir auf alle Fälle liebe Grüße nach Australien!! 🙂

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